Set Fotografie

Opern-Triptychon
Neue Szenen IV in der Tischlerei der Deutschen Oper Berlin

 

Sehnsucht und Angst gleichermaßen verbindet die Menschheit seit ihren Anfängen mit dem Meer. Es war der Ort des Unbekannten und Unerforschten, dort wo nie gesehene Ungeheuer in den Tiefen des Meeres vermutet wurden, wo die Fahrt hinaus in die Wasserwüste ein Abenteuer mit ungewissem Ausgang war und wo weit hinter dem Horizont der Ozean über den Rand der Weltenscheibe in die Tiefe stürzte. Und zugleich steht das Meer für die Erfahrung des Unendlichen und des Erhabenen, für den Aufbruch des Menschen in bislang unbekannte Welten, ist völkerverbindender Handelsweg und beliebter Urlaubsort. Und zugleich sind die Tiefen des Meeres Chiffren für die Welt des Unterbewussten, für die Abgründe und Schattenräume der menschlichen Psyche.

Erst in den letzten Jahren ist jedoch die Bedeutung der Weltmeere für das globale Ökosystem einer breiteren Öffentlichkeit bewusst geworden. Die Meere bedecken drei Viertel der Erde und ohne sie wäre ein Leben auf unserem Planeten nicht möglich. Doch massive Eingriffe des Menschen etwa durch Überfischung und Verschmutzung bedrohen dieses lebenswichtige System. Zugleich ist immer noch sehr wenig etwa über die Tiefsee bekannt: Erst drei Menschen sind bis heute in den Marianengraben vorgedrungen, jenen mit circa 11.000 Metern tiefsten Punkt der Erde – während davon auszugehen ist, dass auch dort längst der Mensch in Form von Giftstoffen und Abfällen seine Spuren hinterlassen haben.

Als Mythenort der Menschheitsgeschichte und zugleich konkretes Beispiel für den verheerenden Umgang der globalen Industriegesellschaft mit unserer natürlichen Lebensgrundlage ist das Meer thematischer Ausgangspunkt der drei Musiktheater-Uraufführungen von NEUE SZENEN IV.

Text: Deutsche Oper

 

Am Grund gibt’s keinen Grund mehr nach dem Grund zu fragen
Eine Kammeroper von Sven Daigger mit einem Libretto von Fanny Sorgo und in einer Inszenierung von Anna-Sophie Weber

Eurydike
Eine Kammeroper von Feliz Anne Reyes Macahis mit einem Libretto von Uta Bierbaum und in einer Inszenierung von Johanna Frech

Aufbruch
Eine Kammeroper von Josep Planells Schiaffino mit einem Libretto von Debo Kötting und in einer Inszenierung von Selina Thüring

 

Bühne: Ivan Ivanov

Kostüme: Lena Bohnet, Helene Subklew

Orchester: Echo Ensemble

Musikalische Leitung: Manuel Nawri, Ni Fan

 

Kooperation der Deutschen Oper Berlin und der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin